Testbericht: Yongnuo RF-603C Transceiver

Transceiver?



Zu aller erst: Was ist ein verdammter Transceiver???

Nun, wer von euch schon mal bei einem Shooting das Model angeschaut hat und sich dachte: "Verdammt, jetzt so einen geilen Blitz, der ohne Kabel auslöst, das wär's!" der wird sich zweifelsohne mit Funksystemen bzw. Fernauslösern auseinandergesetzt haben.

Diese stellen eine kabellose Verbindung zwischen eurer Kamera und dem Blitz her, oder zu zwei Blitzen oder halt zur Mikrowelle.

Das Wort Transceiver ist ein Kofferwort aus Transmitter und Receiver.

Funktion:

Ein Transmitter ist ein Gerät, welches Daten aussendet. Ein Receiver ist dementsprechend ein Gerät, welches solche Daten empfängt.

Der Sinn hinter einem Transceiver ist, dass die Einheit beide Aufgaben übernehmen kann und dazu auch noch selber erkennt, als welche Einheit sie gerade dienen soll.

Dies erleichtert euch die Arbeit, da ihr nun nicht mehr überlegen müsst, welches der beiden Plastikhaufen wo hingehört. Zum Beispiel wenn es Dunkel ist oder Ihr einfach schon einen gesoffen habt. Die Geräte erkennen eigenständig als was sie gerade genutzt werden sollen.


Da ich wie viele Leute einfach mal keine Kohle habe, hatte ich mich damals nach einem Modell umgeschaut, welches seinen Job tut und mir nicht das Portemonnaie zerreist.

Ich entschied mich damals für das System von Yongnuo. Die RF-603C Transceiver des Herstellers findet man wie eigentlich alles auf Amazon für circa 30€. Dabei ist darauf zu achten, dass Ihr diese passend für eure Kamera auswählt. Dazu aber später mehr.

Inhalt:

 
Das Set, welches dann zu euch geschickt wird, oder zu euren Nachbarn, weil der Lieferbote zu faul war, besteht aus 3 Teilen:

2x RF-603C Transceiver
1x Auslösekabel zum Fernauslösen der Kamera
Hier bitte nicht wundern. Die beiden Transceiver sehen identisch aus.


 

Aufbau:

 

Bevor sie einsatzbereit sind, müssen sie jeweils mit 2 AAA Batterien bestückt werden. Danach legt Ihr den ON OFF Schalter um. Bereitschaft zeigt das Gerät in dem eine der beiden LED's konstant Grün leuchtet.

Die Transceiver kommen im klassischen Schwarz. Beide Geräte verfügen über einen Blitzschuh und über jeweils einen Schlitten auf der Unterseite.
Links und rechts neben dem Blitzschuh befinden sich die LED's. Sie zeigen Bereitschaft in Grün und Beschäftigung in Rot an.

Unterhalb des Blitzschuhs befindet sich der ON OFF Schalter und ein großer Auslöseknopf. An der Rückseite des Gerätes hat man den Standard PC-Kontakt um Blitze größerer Bauart auszulösen. An der Seite befindet sich eine Buchse für das mitgelieferte Auslösekabel, um die Kamera fern auszulösen

Einsatz:

 

Einer der Stecker wird hierfür in die Buchse eines der Geräte gesteckt, der andere in die Buchse der Kamera. Wie ich vorhin sagte, müsst Ihr hier aufpassen. Da die Kameramodelle verschiedene Anschlüsse für Fernauslöser haben, müsst ihr beim Kauf gucken ob der Transceiver mit eurer Kamera kompatibel ist.

Wenn ihr die Kabel eingesteckt habt, baumelt also nun ein schwarzes Stück Plastik an eurer Kamera herunter. Auch wenn das witzig aussieht, soll das natürlich nicht so bleiben, außer ihr möchtet nun eure Kamera so auslösen. Dies tut ihr dann einfach über den Auslöseknopf. Um mehr abstand zu gewinnen, nehmt ihr einfach den anderen Transceiver. Hierdurch könnt ihr bis zu 100m Distanz erreichen.

Um nun einen Blitz entfesselt auszulösen, geht ihr wie folgt vor:
Ihr entfernt das Auslösekabel von Kamera und Transceiver. Einen der Transceiver steckt ihr auf den Blitzschuh eurer Kamera und schaltet ihn ein. Es leuchtet die linke LED Grün auf. Den anderen Transceiver schaltet ihr ebenfalls ein und steckt dann euren Blitz auf den Blitzschuh.
Sind alle Geräte richtig eingeschalten und angeschlossen leuchten beide der LED's des Transceivers Grün auf. Nun drückt ihr einfach den Auslöseknopf der Kamera. Der Blitz und die Kamera zünden synchron.




Eindruck & Fazit: 

 


Ich benutze dieses System schon seit Längerem. Was mir daran gefällt ist natürlich der Preis. Aber auch, dass man dieses System erweitern kann. Hat man zum Beispiel zwei oder drei Blitze, kauft man sich einfach pro Blitz einen weiteren Transceiver. So lassen sich mehrere Blitze oder Gruppen zünden.


Sie sind sehr schlicht gehalten, was diskretes Arbeiten erlaubt. Außerdem sind sie klein und leicht, passen also leicht in die Tasche oder Ähnliches.

Was mir nicht gefällt: Wie man es klassisch von einem Blitz kennt, hat dieser ein Fixierrad, welches den Blitz auf eurer Kamera festschraubt. Dies verhindert das Abfallen des Blitzes während des Shootings.
Die Transceiver haben dieses Rad leider nicht. Wenn man also nun einen Blitz weiter entfernt hat und den anderen auf der Kamera, als Aufheller o. Ä. kann es passieren, dass der Blitz samt Transceiver aus dem Blitzschuh der Kamera rutscht. Denn dieser ist nicht fixiert.

Das zweite Problem ist, dass die Transceiver durch ihre Bauart den integrierten Blitz der Kamera am Ausklappen hindern. Hat man also keinen zweiten Blitz zum Aufhellen und möchte den integrierten Blitz nutzen, verhindert der Transceiver dies, da er bautechnisch über den Blitz ragt.

Ein weiteres Problem, welches wohl aber durch die billige Verarbeitung kommt, ist, dass der Schlitten an der Unterseite nach häufigen Gebrauch anfängt zu wackeln. Der Metallschlitten ist am Plastikgehäuse durch mehrere Schrauben fixiert. Diese drehen sich nach einiger Zeit heraus und fallen in das Gehäuse. Dies fällt meist zuerst dadurch auf, dass etwas im Gerät klappert. Durch Öffnen des Gehäuses und festschrauben lässt sich dies aber recht leicht beheben. Nerven tut es dennoch.

Alles in allem sind sie ihr Geld mehr als Wert. Für circa 30€ kriegt man eine gute Lösung, welche verdammt lange einen guten Job macht. Und für die ganzen Leute, die gerne Fotos von sich selbst machen, lohnt es doppelt. Dank der Frequenz von 2,4GHz kann man dann sogar Selbstporträts aus 100m Entfernung machen.

Viel Spaß mit dem Set. Jetzt erst mal 'n Glas Wasser.